Gäll, wenn d'chunnsch
de blybsch bis z’Abe
blybsch bis
d’Sunne undergeit
und i fyne, zarte
Farbe 
  s
’letschte Guld uf d’Bärge leit. 
                                                                                                                                                                 Adolf Stähli  

Bild:Urs Friedrich

Am 11. Januar haben wir in der Kirche Münchenbuchsee unser allerletztes Konzert gegeben. Die
Schlusszeilen aus dem "Thunersee" von Adolf Stähli beschreiben ziemlich genau, wie uns an diesem Abend zumute war. Freude über den stimmungsvollen Abschied. Melancholie, weil eine schöne Zeit zu Ende geht. 
 
Bilder und Abschiedsworte

Das Jodlerchörli Kirchlindach zusammen mit sechs Jodlerfreunden aus dem benachbarten Frieswil, die im letzten Jahr bei uns ausgeholfen und mit uns gesungen haben. 

Das Alphorn-Duo "Sauz u Pfäffer"

Frauen des JDQ "Bärblüemli" aus Littau

Aus der Begrüssungsansprache unseres Präsidenten Kurt  Müller.

Am 11. Januar 1963 war die Gründungsversammlung des Jodlerchörli Kirchlindach. Am Dienstag den 15. Januar war die erste Gesangsprobe. Am Ende des ersten Vereinsjahres 63 hatte man ein Vermögen von Fr. 116.85. Und am 14. Und 15. März 1964 wurde der erste Heimatabend in der Linde Kirchlindach durchgeführt.
Es folgten der Beitritt zum Bernisch-Kantonalen-Jodlerverband und ein festlicher Gründungsumzug in Kirchlindach. Es folgten viele Auftritte an Konzerten, Jodlerfesten, Gottesdiensten, Jubilarensingen. Am Meikirchmärit, auf den Strassen und an privaten Anlässen. Auch geprobt und auswendig gelernt wurde viel. Vereinsreisen im In- und Ausland gab es natürlich auch. Das Chörli war gut und hatte Erfolg.
Wenn man die alten Fotos anschaut, begreift man auch, warum heute Schluss ist. Die jungen Burschen von damals sind alt geworden, ausgetreten oder sogar verstorben. So lange alles gut läuft steht die Nachwuchsausbildung nicht im Zentrum der Aktivitäten, vielleicht ein Fehler den wir heute büssen müssen.
Das neue Jahr hat uns gezeigt, dass es nicht selbstverständlich ist, wenn man zusammen glücklich sein kann. Gerade deshalb wünschen wir euch heute Abend eine gute Zeit hier bei uns. Wir wollen geniessen und dankbar sein für alle schönen Erinnerungen die uns allen bleiben werden.

Sollte sich etwas Hühnerhaut bilden, so wäre eines unserer Ziele für das heutige Konzert erreicht.


Sabina Kuhn
(von Kurt Müller)

Am ersten April 1998 besuchte Sabina die erste Probe beim Jodlerchörli Kirchlindach. "Eine neue erfolgreiche Ära nahm ihren Anfang", heisst es in einer Chronik. Heute ist sie die Stimme und die wichtigste Person des Chörlis, und sie ist Ehrenmitglied, weil sie das Chörli auch in schwierigen Zeiten nicht verlassen hat sondern uns als Dirigentin unterstützt und motiviert hat, bis zuletzt, bis heute Abend. Wie viele Stunden und Kilometer Sabina bis heute für das Singen und Jodeln eingesetzt hat, können wir uns gar nicht vorstellen. Noch heute nimmt sie Gesangsunterricht, weil Perfektion nicht von selber kommt. Nein man muss dafür hart arbeiten, das hat Sabina immer gemacht.

Sabina, für deinen unglaublichen Einsatz zu Gunsten des Jodlerchörlis bekommst du heute den mehr als nur verdienten, grossen, lauten, und herzlichen Lohn von uns allen.

(Tosender Applaus)

 

Sabine Kuhn, hier mit ihrer musikalischen Begleiterin Catherine Henchoz.

Kurt Müller   (von Hanspeter Bundi, Sekretär)

Jodeln ist mehr als nur Geranien und Berge. Jodeln geht auch mit einer Harley Davidson. Das hat Kurt uns gezeigt. 
In einer schwierigen Zeit hat er sich bereit erklärt, das Präsidium des Jodlerchörli Kirchlindach zu übernehmen. Obwohl er als Metzger, Filialleiter und Cateringkoch bis über beide Ohren in die Arbeit eingespannt war, hat er sich mit Elan dafür eingesetzt, das Chörli voranzubringen. Und wenn es einen gerechten Lohn für seine Anstrenungen gäbe, dann wären wir heute rund zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger, die Hälfte davon unter 50 Jahre alt. 
Aber eben, die Welt ist nicht immer gerecht. Kurt hat den Kopf nicht hängen lassen. Mit seinem Witz, seiner Direktheit und nicht zuletzt als Koch bei unseren Brätleten hat er (zusammen mit Hanni !!!) dafür gesorgt, dass auch wir unsere Köpfe nicht hängen liessen. Ich danke dir, Kurt, für die letzten Jahre. Wir hatten mit dir eine gute Zeit. Und ich freue mich, dass ich zusammen mit dir und mit einigen anderen im Jodlerchörli Frieswil weitersingen und "öppedie echli blöd tue" kann.

Weil ich das hier in den Computer schreibe, musst du dir unseren Applaus vorstellen, aber ich kann dir sagen: Er ist laut. Sehr laut!

"Steit de d'Sunne guldig übrem Tal, dank derfür u sing u jutz es mal!
Fröi di dra, vergiss di Chlag, u dänk es sig e gschänkte Tag!"


Mit diesen zuversichtlichen Zeilen (wiederum von Adolf Stähli) beendeten wir unsere Vorträge
beim Imbiss im Kirchgemeindehaus Münchenbuchsee. Mit "dem gschänkte Tag"
verabschieden wir uns auch hier von euch allen.
Ihr habt uns in diesen Jahrzehnten begleitet. Als Zuhörerinnen und Freunde, Sponsorinnen und Gönner.
Ihr habt unsere Konzerte in Gemeindesälen und Kirchen, auf Strassen und Plätzen besucht.
Mit euch haben wir die Sehnsucht nach einer friedlichen und intakten Welt gelebt.